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| Willkommen beim Fonds der Chemischen Industrie | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Ausführungen von Herrn Dr. Andreas Kreimeyer, Vorsitzender des Fonds der Chemischen Industrie im Verband der Chemischen Industrie, am 29. Juni 2009 vor der Presse in Lindau
(Es gilt das gesprochene Wort)
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Sehr geehrte Damen und Herren, für den Wissenschaftsstandort Deutschland ist es ein hervorragendes Signal, dass diese weltweit einzigartige Tagung nach wie vor in Lindau stattfindet. Denn in den kommenden Tagen werden hier nicht nur der wissenschaftliche Austausch und die persönliche Begegnung zwischen vielversprechenden Nachwuchsforschern und den Chemie-Nobelpreisträgern gepflegt. Vielmehr zeigt die wissenschaftliche Community in der Chemie, dass sie sich aktuellen Herausforderungen stellt und nach Antworten auf drängende Fragen der Zukunft sucht: Eine stark wachsende und alternde Bevölkerung, Verstädterung, Energiebedarf und Mobilität. Die chemische Industrie – als Querschnittsindustrie – ist bestens gerüstet, um Lösungen für diese neuen, alten Herausforderungen zu finden. Der Fonds der Chemischen Industrie unterstützt dieses traditionsreiche Elite-Treffen mit großer Freude und Begeisterung: Für 115 junge Forscher, die bis Freitag die Nobelpreisträger treffen werden, haben wir die Kosten in Höhe von 125.000 Euro übernommen. Darüber hinaus unterstützen auch einzelne Chemieunternehmen diese Tagung mit erheblichen Zuschüssen. Unsere Branche braucht junge Menschen, die sich für die Zukunft begeistern. Die mit ihren kreativen Ideen und ihrem Einsatzwillen Garanten für künftige Innovationen der Chemie sind. Denn mit Innovationen aus der Chemie tragen wir erheblich dazu bei, dass in anderen Wirtschaftszweigen fortschrittliche Produkte und Verfahren entstehen. Auf das Know-how der Chemie, beispielsweise für einen wirksamen Klimaschutz, bei der Einsparung von Energie und Rohstoffen und bei der Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung mit sauberem Wasser, können wir dabei nicht verzichten. Das gilt zum Beispiel für Lithium-Ionen-Batterien, die in modernen Autos eingesetzt werden können. Das gilt auch für maßgeschneiderte Funktionsmaterialien für die Photovoltaik und die Wärmedämmung der Zukunft. Doch technischer Fortschritt setzt Begeisterung weckende Bildung und exzellente Ausbildung voraus. Gerade ein Industriestandort wie Deutschland ist darauf angewiesen. Denn wir haben keine nennenswerten Rohstoffvorkommen. Die Ressourcen, mit denen wir künftig in unserem Land Wachstum, Wohlstand und Fortschritt schaffen können, sind die Fähigkeiten und Fertigkeiten der hier lebenden Menschen. Auch in Zukunft brauchen wir deshalb gut ausgebildete Fachkräfte, darunter auch Chemiker. Deshalb fördern wir über unseren Fonds der Chemischen Industrie den wissenschaftlichen Nachwuchs. Über unseren Fonds unterstützt die deutsche Chemie Schulen und Hochschulen; wir vergeben Stipendien und Preise an exzellente Nachwuchswissenschaftler in der Chemie, Biochemie und angrenzenden Gebieten. Mit unserem Stipendien-Programm werden vor allem talentierte und leistungsfähige Doktoranden und Habilitanden beziehungsweise künftige Hochschullehrer gefördert; aber auch Lehramtskandidaten, die Chemielehrer werden möchten. Wir beginnen mit unserer Förderung aber nicht erst an den Universitäten, wir kümmern uns ebenso um junge Menschen in der Schule. Mit unserer „Schulpartnerschaft Chemie“, die der Fonds seit 2001 mit jährlich 2,1 Millionen Euro unterstützt, wollen wir den experimentellen Unterricht verbessern und Begeisterung für die Chemie wecken. Hierzu stellt der Fonds den Schulen auch kostenlos hochwertige Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. Schließlich wollen wir, dass aus interessierten Schülern gut informierte Erwachsene werden. Denn nur so können sie Chancen und Risiken neuer Technik einschätzen und zu einem fundierten eigenen Urteil kommen. Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie heute ist die Förderung des Nachwuchses durch die Chemieindustrie eine verlässliche Größe. Das Kuratorium des Fonds hat deshalb beschlossen, in diesem Jahr erneut 6,4 Millionen Euro für Stipendien und Nachwuchswissenschaftler zu vergeben. Auch an ausländische Doktoranden, die in Deutschland promovieren möchten.
Sehr geehrte Damen und Herren, die chemische Grundlagenforschung in Deutschland ist Weltklasse; sie kann sich international sehen lassen. Das ist eine gute Nachricht. Diese Einschätzung basiert auf einem Forschungsrating des Wissenschaftsrates. Diese Institution berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung. Vor zwei Jahren hat der Wissenschaftsrat erstmals die Leistung der Chemieforschung an den Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen systematisch bewertet. Eine Evaluation, die der Fonds der Chemischen Industrie unterstützt hat. Ergebnis: Die Chemieforschung in Deutschland verfügt über ein sehr ausgewogenes Profil. Eine breite Basis guter bis sehr guter Forschungsleistungen, eine erfolgreiche Nachwuchsförderung und ein gut funktionierender Wissenstransfer machen ihre Stärken aus. Aus unserer Sicht lassen die Ergebnisse der Studie einen zentralen Schluss zu: Forschungseinrichtungen, die sich ein klares Profil geben und ihre Kräfte auf einige wenige Forschungsgebiete bündeln, sind besonders erfolgreich. Das belegt eindrucksvoll das durchweg überdurchschnittliche Abschneiden der Chemieforschung an den Max-Planck-Instituten (MPI), die in die Untersuchung einbezogen waren. Für die internationale Sichtbarkeit der chemischen Grundlagenforschung in Deutschland war diese Bewertung der Chemie ein großer Gewinn. Die fachliche Breite, die Interdisziplinarität sowie die institutionelle Vielfalt sind Markenzeichen des Wissenschaftsstandortes Deutschland. Aus diesen Gründen ist Deutschland auch für junge Top-Forscher aus dem Ausland interessant. Die positiven Ergebnisse dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen: Die Stärke der Chemie in Forschung und Industrie in unserem Land ist nicht selbstverständlich. Und wir können und dürfen uns erst recht nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen. Denn mit der Globalisierung nimmt der internationale Wettbewerbsdruck auf Deutschland als Chemie-Innovationsstandort dramatisch zu – und dies betrifft Wissenschaft und Industrie. So holen gerade die Schwellenländer Asiens auch in der Forschung auf. Und leider zieht es immer noch zu wenig ausländische Spitzenforscher nach Deutschland, obwohl die Bundesregierung und die wissenschaftlichen Organisationen bereits viele gute Programme gestartet haben. Damit der Chemie-Innovationsstandort Deutschland auch künftig zur Weltklasse gehört, ist es notwendig, ·den Forschungseinrichtungen ausreichende Freiräume, etwa bei der Berufung von Spitzenwissenschaftlern, zu gewähren. ·die Universitäten und Forschungsinstitute international wettbewerbsfähig zu finanzieren. Die Politik darf nicht an den Ausgaben für Forschung und Lehre sparen. ·die Chemieforschung insgesamt zu stärken und zu intensivieren, um die Aufgaben und Probleme der Zukunft zu bewältigen.
Sehr geehrte Damen und Herren, seit 1980 haben neun deutsche Forscherinnen und Forscher den Nobelpreis für Chemie oder Medizin bekommen; davon wurden und werden acht vom Fonds der Chemischen Industrie gefördert. Das ist für uns Ansporn und Verpflichtung zugleich, in unserer Forschungsförderung nicht nachzulassen. Sehr verehrte Gräfin Bernadotte, Ihnen als Präsidentin des Kuratoriums, und Ihnen, Herr Professor Schürer, als Vorsitzendem des Stiftungsvorstands, wünsche ich eine anregende und erfolgreiche Tagung.
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