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Jugend forscht: Mit Kronenether geht es schneller

PREISTRÄGER AUSGEZEICHNET –
Fonds der Chemischen Industrie stiftet acht Preise im Bundeswettbewerb

 

Für einen schnelleren Weg zu Jodalkanen belohnte die Jugend-forscht-Jury Nico Fleck mit dem Fachgebietspreis Chemie. 1.500 Euro gab es für die Untersuchung, wie verschiedene Katalysatoren und Lösemittel das Gleichgewicht einer chemischen Reaktion gezielt in Richtung Produkt verschieben. Der 15jährige Schüler des Amos-Comenius-Gymnasiums, Bonn, wählte als Beispiel die Finkelsteinreaktion bei der organische Moleküle mit Jod zu Jodalkanen reagieren. Er zeigte dass Kronenether als Katalysatoren die Herstellung von Jodalkanen beschleunigen und einen Reaktionsablauf in anderen Lösemitteln ermöglichen. Dies macht den Prozess einfacher und effizienter. Nico Flecks Leistung sah die Jury sowohl fachlich-theoretisch als auch experimentell-methodisch auf hervorragendem Niveau.

 

Den 46. Bundeswettbewerb richtete die Stiftung Jugend forscht zusammen mit dem Forschungsforum Schleswig-Holstein e.V., Kiel, aus. Der Fonds der Chemischen Industrie stiftete verschiedene Preise. Wie in den Vorjahren fünf davon im Fachgebiet Chemie sowie je einen Sonderpreis für den Bereich Biotechnologie und für eine Arbeit mit großer Bedeutung für eine nachhaltige Entwicklung in der Chemie. Neu dazu kam dieses Jahr ein neuer Sonderpreis für chemische Nanotechnologie. Die Höhe der Fonds-Preisgelder betrug damit insgesamt 6.375 Euro. In diesem Jahr, dem Internationalen Jahr der Chemie, hat der Fonds seine Förderung bei Jugend forscht ausgeweitet indem er auch die Chemiepreise bei allen Regional- und Landeswettbewerben stiftet und sich damit 2011 mit insgesamt 50.000 Euro bei Jugend forscht engagiert.

 

Den neuen Sonderpreis für chemische Nanotechnologie sprach die Jury einem Schüler vom Walther-Rathenau-Gymnasium aus Bitterfeld zu. Michael Laue (15) gelang es erstmals, eine Anleitung zu entwickeln, wie man mit schulischen Mitteln Strom leitendes Glas herstellen kann. Der junge Forscher konnte mit einer Methode, die sich für den Einsatz im Unterricht eignet, eine Glasoberfläche mithilfe einer speziellen Lösung mit einer leitenden Schicht versehen. Elektrisch leitendes Glas ist teuer; es wird zur Herstellung spezieller Solarzellen benötigt – das ist ein beliebter Schulversuch.

 

Der zweite Preis im Fachgebiet Chemie ging an Severin Kämmerer (17) vom Johannes-Gutenberg-Gymnasium im bayerischen Waldkirchen. Er suchte einen Weg zur Darstellung von Kupfer(I)-fluorid.

 

Christian Dangel (19) und Christian Steinhardt (19), Kreisgymnasium Riedlingen, stellten eine Methode zur Energiegewinnung aus Abfällen von nachwachsenden Rohstoffen vor. Dafür gab es den dritten Preis im Fachgebiet Chemie.

 

Den vierten Chemie-Preis erhielten Jean-Marc Mörsdorf und Benjamin Morbach aus dem Saarland. Die beiden 17jährigen Schüler des Gymnasiums Wendalinum, St. Wendel, beschäftigten sich mit dem Molekül Luminol, das Kriminalisten zum Nachweis geringster Spuren von Blut nutzen.

 

Für ihre Methode, eine funktionstüchtige organische Leuchtdiode (OLED) mit einfachsten Mitteln herzustellen, konnte ein Team aus zwei Schulen in Frankfurt am Main den fünften der vom Fonds gestifteten Chemie-Preise mit nach Hause nehmen. Sabrina Hempel (19) und Rajbir-Singh Nirwan (19), Bettinaschule, sowie Mario Bijelic (18), Max-Beckmann-Schule, überzeugten mit ihren Solarzellen auf Basis der selbstgebauten OLEDs dermaßen, dass die Jury an das Team zusätzlich den Fonds-Sonderpreis für eine nachhaltige Entwicklung in der Chemie vergab.

 

Beim dritten Sonderpreis des Fonds, dem Biotechnologie-Preis, hatte Fabian Scherer (18) die Nase vorn. Der Schüler des bayerischen Gymnasiums aus Höchstadt a. d. Aisch nahm umfangreiche Messungen verschiedener Parameter an zwei Teichen vor. Er entwickelte dann ein Computerprogramm, mit dem sich die täglichen Sauerstoffgehaltsschwankungen in Karpfenteichen simulieren lassen. Wirklichkeit und Simulation stimmen auffallend genau überein.

 

 

Bundessieger im Fach Chemie: Nico Fleck mit Dr. Gerd Romanowski

(Geschäftsführer des Fonds der Chemischen Industrie)

 

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